Der Frankfurt Spring Ball

Allgemein

Der jährliche Frankfurt Spring Ball ist fast seit Anbeginn der Gruppe soziales Highlight des Tanzjahres und Senke für jede Menge Organisationsaufwand. Trotzdem freuen wir uns jedes Jahr wieder, alte Freunde aus dem In- und Ausland wiedersehen und neue Gesichter begrüßen zu dürfen.

Der erste Frankfurt Spring Ball fand im Mai 1968 statt, unseren Aufzeichnungen nach passierte 1969 nichts, und ab 1970 gab es dann jedes Jahr einen Ball, so dass wir 2008 den 40. Ball feiern. Diese Seite gibt einen kurzen Überblick über die Geschichte des Frankfurter Balls.

Orte

Wilhelmsbad

Jubiläumstorte
Vom Anfang 1968 bis zum 30. Ball 1998 fand der Ball im Kurhaus in Hanau-Wilhelmsbad statt — den Jubiläumsball feierten wir groß mit einer eigens dafür zusammengestellten Fotowand aus der Vereinsgeschichte und einer (vom Wirt gesponsorten) riesigen Eistorte, die unerwartet um Mitternacht in den Saal gerollt wurde. Die Verhältnisse im Kurhaus waren beengt (Schulterschluss im Reel oder Ausflüge ins benachbarte Set keine Seltenheit), aber der stilvolle Rahmen entschädigte für so manches. Unvergessen auch die »Brautentführungen« — meist fand im anderen Saal des Kurhauses eine Hochzeitsfeier statt, und zur großen Freude (?) der dortigen Festgemeinde konnte es passieren, dass die Braut von einem wilden Clan von Schotten für einen Walzer nach nebenan »verschleppt« wurde.

Ebenso unvergessen ist auch das gruselige Essen in der Zeit so bis ca. 1992: Man bekam einen vorgefertigten Teller vorgesetzt (bei Anmeldung zu wählen zwischen vegetarisch oder nicht), und für die ganz Hungrigen stand noch eine Schüssel Waldorfsalat auf dem Tisch. Erst danach wechselte der Pächter, und es gab ein Büfett. Und zwar nicht irgendeins, sondern eins, dem manche unserer Ballgäste noch heute nachtrauern. (In der ganz frühen Frühzeit übrigens reden die Balleinladungen von einem cold buffet. Das mit den Tellern war also anscheinend zum Glück keine dauerhafte Einrichtung.)

Hattersheim

Im Herbst 1998 ging es durch die Gazetten: Der Pächter des Kurhauses Wilhelmsbad hatte bei Nacht und Nebel mitsamt der Kücheneinrichtung und anderen beweglichen Dingen das Weite gesucht. Dem voraus gingen jahrelange Schwierigkeiten mit der »Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen«, die für das Kurhaus zuständig sind und wohl nicht mit dem Pächter einig waren über Reparaturen, Renovierung und ähnliches; Gelder flossen nicht, die Pacht wurde gekürzt, sogar der Kadi musste tätig werden — ein abruptes Ende, das uns allerdings leicht panikartig nach einem neuen Ballort suchen ließ, zumal auch wir von der Sache nur eher überraschend und nebenbei aus der Zeitung erfahren hatten.

Fündig wurden Jack und Hannelore nach einiger Rennerei bei der Stadthalle von Hattersheim — auf der anderen Seite von Frankfurt, was von den östlich wohnenden Gästen mit Murren, von den westlichen aber mit Frohlocken aufgenommen wurde. Gewöhnungsbedürftig war allerdings der tortenförmige Saal, der uns dazu nötigte, »Setlinien« mit Tesakrepp aufzukleben, damit auch am fernen Ende der Tanzfläche Damen und Herren nicht wie die Eskimos die Nasen aneinander reiben mussten.

Die »Hattersheimer Periode« markiert auch den Wechsel von »MC Jack« zu Anselm; Anselm musste 2000 schon einmal kurzfristig einspringen, als Jack genau vor dem Ball krank wurde, nach Jacks frühem Tod 2002 entfiel der Job dauerhaft auf ihn.

Enkheim

Nachdem auch die Pächter der Stadthalle Hattersheim im Sommer 2006 eine andere Wirkungsstätte gefunden hatten, war es wieder mal Zeit zum Suchen nach einem neuen Ballort. Diverse Stadt- und andere Hallen im Rhein-Main-Gebiet wurden angerufen, besichtigt — und größtenteils wegen der exorbitanten Preise für auswärtige Vereine wieder verworfen. Also beschloss das Suchkomitee unter der Federführung von Eva Schiedrum, aus der Not eine Tugend zu machen und da zu suchen, wo wir (mittelbar) ein »ansässiger« Verein sind, nämlich in Frankfurt selbst. Dort werden die städtischen Hallen von der »Saalbau GmbH« verwaltet, und nach einem Kurzbesuch im »Haus Ronneburg« im Norden der Stadt, das uns gut gefiel, aber nicht verläßlich zur Verfügung stand, entschieden wir uns für das »Volkshaus Enkheim« im Osten, nahe dem »Hessen-Center«, der U-Bahn und dem Ende der Autobahn 66. (Die östlichen Gäste frohlockten darüber, dass ihre Welt wieder ins Lot gerückt war. Murren durften diesmal die westlichen.)

2007 fand der erste Ball im Volkshaus Enkheim statt — zunächst noch unter erschwerten Bedingungen: Entgegen der vollmundigen Ankündigung der Saalbau GmbH war das gerade renoviert werdende Restaurant noch lange nicht fertig, so dass der künftige Pächter den Ball »mobil« catern musste, was ihm auch bravourös gelang (alle kleinen Pannen wurden prompt behoben). Für 2008 ist die Küche eingebaut und wir hoffen auf das Beste ...

Musik

Keith Smith, Christine Moos und Anselm Lingnau in Aktion
Wie bei den meisten Bällen hierzulande kam die Musik zum Tanzen vorwiegend aus der »Konserve«. Erst seit einigen Jahren schaffen wir es, Livemusik auf die Beine zu stellen, mit den folgenden Besetzungen:

1998 Anselm (Klavier) — einige Tänze
2000 Stefan Schatz (Akkordeon) & Anselm — einige Tänze
2002 Keith Smith (Geige) & Anselm — komplett
2003 Christine Moos (Geige) & Anselm — komplett, mit Chor
2004 Keith, Christine & Anselm, ferner Toni Auchter und Sjœrd van Leersum (Pipes)
2005 Christine & Anselm mit Joe Wheadon (Kontrabass), Andrew Dewdney (Akkordeon) und Toni
2006 Christine & Anselm mit Joe, Toni als Piper
2007 dito

Der 35. Ball (2003) markierte die Weltpremiere des FSCDC Symphonic Choir, der den Tanz »Bratach Bana« begleitete. Die Sängerinnen und Sänger aus dem Dunstkreis der Frankfurter Gruppe waren allerdings weder begeistert vom gälischen Text noch von der mörderischen Geschwindigkeit, so dass eine Wiederholung bisher aussteht. (Wir haben das Gefühl, als würden nicht alle Tänzer das als gravierendes Problem empfinden. Auch die Ballorganisatoren haben es vorgezogen, für den 40. Ball ein irisches Steptanzduo zu engagieren.)

Programme

Einen Überblick über die Frankfurter Ballprogramme gibt eine gesonderte Seite.

Wo die Zwiefachen herkommen

Uschi und Jack beim Zwiefachen
»Markenzeichen« des Frankfurter Balls sind die »Zwiefachen«, die nach dem Abendessen zum Wiederaufwärmen getanzt werden. Eingeführt wurden sie unter Jack Campbell, und wie wir aus berufenem Munde gehört haben, kam das so:

Früher (1972 bis ca. 1990) war es nach dem Ball beim Oster- oder Herbstkurs auf dem Rechberg üblich, noch etwas anderes als Schottisch zu tanzen. Bei einem dieser Kurse hatte mein Bruder Winfried Blum Volkstanzmusik dabei und hatte einige einfache Tänze angesagt, u. A. eben auch einen »Zwiefachen«. Diesen Zwiefachen und noch einige mehr habe ich an diesem Abend mit Jack bis zum Umfallen getanzt. Jack war so begeistert von dieser Art zu tanzen, dass er mich gebeten hatte, entsprechende Musik zum Frankfurter Ball mit zu bringen. Damit nur ja nichts schief gehen kann, hatte Jack aber bis dahin schon selbst für entsprechende Musik gesorgt. So kam es, dass ein Zwiefacher mit Jack beim Frankfurter Ball immer für mich reserviert war. Später war Hannelore die erste, aber dann kam gleich ich. Obwohl es mir jedes Mal von dem vielen Drehen furchtbar schwindelig wurde, war es ein Traum, mit Jack durch den Saal zu schweben. War die Musik vorbei stand Jack wie ein Fels in der Brandung und hat mich gehalten, bis der Saal sich nicht mehr um mich drehte. — Dieses Gefühl und die Freude das zu erleben, wird immer mit Jack und der Erinnerung an diesen wundervollen Menschen verbunden bleiben.

Soweit Uschi Lange (ehedem Henco). Das Bild zeigt sie und Jack in voller Fahrt.

A Django site.