Frankfurt Scottish Country Dance Club e.V.

Scottish Dancing in and around Frankfurt, for everyone

Einsteigerkurs: 26.11.2019

Wiederholungen von letzter Woche

Schottische Tänze sind Kombinationen aus einfachen Figuren, und darum ist es wichtig, diese Figuren zu lernen und sie aneinandersetzen zu können – durch die zahllosen Kombinationsmöglichkeiten gibt es einfach viel zu viele Tänze, als dass Du einzelne Tänze als komplette Choreografie lernen solltest. Aus diesem Grund versuchen wir, eher “Tanzen” zu unterrichten als “Tänze”; für den Unterrichtserfolg ist es of zielführender, einen neuen Tanz zu tanzen, der bekannte Figuren in einer anderen Kombination enthält, als dieselben Tänze immer zu wiederholen.

Was aber nicht heißt, dass Wiederholungen nicht trotzdem eine gute Idee sein können: Oft ist es einfach gut, einen bekannten Tanz zu tanzen, um sich auf andere Aspekte konzentrieren zu können – die Musik, den Partner, die Abläufe im Set und so weiter. (Und es gibt natürlich Tänze, die so populär sind, dass es sich lohnt, sie spontan auswendig zu wissen, aber davon sind wir ehrlicherweise noch ein bisschen entfernt.)

Aus diesem Grund (und weil ein paar von Euch heute zum ersten Mal dabei sind) starten wir diesen Abend mit zwei Wiederholungen von letzter Woche: The Waratah Weaver und Knit the Pocky. Details, Videos usw. für diese Tänze finden sich im Skript von letzter Woche und werden hier nicht noch einmal wiedergegeben.

Hands Round & Back – Kreise

Der Kreis ist eine ziemlich häufige Figur im schottischen Tanzen. Aufpassen mit den Begriffen: Four Hands round and back ist ein Kreis für vier Personen, obwohl anatomisch gesehen natürlich acht Hände involviert sind! Niemand weiß, warum das so ist.

Kreise tanzen wir im Slip Step (Seitgalopp), und sie beginnen normalerweise nach links, also im Uhrzeigersinn. Das hat traditionelle Gründe, es ist taktisch besser, sich “mit der Sonne” zu bewegen, denn der Gegenuhrzeigersinn (die Schotten sagen widdershins) ist die Richtung, in die Hexen und ähnliche zweifelhafte Charaktere tanzen. (Es ist anscheinend OK, im Gegenuhrzeigersinn zu tanzen, wenn Du vorher im Uhrzeigersinn getanzt hast.)

Die Konsequenz aus Uhrzeigersinn und Seitgalopp ist natürlich, dass Du den Kreis mit dem linken Fuß anfangen solltest - ansonsten gibt es höchstwahrscheinlich einen Knoten im Gebein.

Hier noch ein paar andere Grundregeln:

  • Für den Kreis fasst Du zunächst mit den anderen Leute auf Deiner Seite durch und bewegst Dich als “Kette” im Uhrzeigersinn.
  • Die Person am linken Ende der Kette sollte versuchen, mit der Person am rechten Ende der Kette gegenüber den Kreis zu schließen. Das sollte sich einigermaßen ergeben.
  • Nach ca. 7½ Schritten bremst Ihr, um für den Richtungswechsel ausbalanciert zu sein.
  • Auf dem Rückweg ist es am besten, nach ca. 4 slip steps die “Ketten” wieder zu trennen, um sauber auf die Seitenlinie hinaustanzen zu können. Innerhalb der Kette haltet Ihr die Hände natürlich bis zum Schluss.

Und:

  • Die Hände werden auf Schulterhöhe gehalten (plus/minus) und die Ellbogen zeigen zum Boden (“W-Haltung”).

Galloway House

Galloway House

R32 · 2/4L · RSCDS Graded 5 · DanceData entry
1-8
1s cast down on own sides, turn out & back to places
9-16
1s+2s circle 4H round & back
17-24
1s turn RH, cast 1 place & turn LH
25-32
2s+1s dance R&L
Crib accuracy is unknown · Source: MiniCrib

Galloway House (Diagramm)
Galloway House aus dem “Graded Book” gibt uns die Gelegenheit, den Kreis zu viert (4 Hands round and back) zu üben. Außerdem gibt es noch eine neue Figur (oder Abfolge von Figuren), nämlich in (nur) acht Takten:

  1. Eine schnelle Drehung mit dem Partner mit der rechten Hand (in 2 Takten)
  2. Ein cast off in den zweiten Platz (das 2. Paar rückt hoch)
  3. Eine langsame Drehung mit dem Partner mit der linken Hand (in 4 Takten)

Die beiden anderen Figuren – Cast off behind own lines and back und Rights and Lefts – kennen wir schon, zum Beispiel aus The Highland Fair.

Das nebenstehende Video zeigt zwei Durchgänge des Tanzes.

Hands Across and Back – Mühle bzw. Stern

Diese Figur wird häufig zu viert getanzt. Im Grunde ist sie nicht unähnlich einer Drehung, bis darauf, dass Du nicht Deinem Gegenüber die Hand gibst, sondern der Person schräg gegenüber. Die anderen beiden geben auch ihre Hände, so dass ein Paar Hände sich über (across) ein anderes erstreckt.

In der Figur tanzt Du drei Skip-change-of-step-Schritte im Uhrzeigersinn und auf den vierten lässt Du die rechte Hand los, drehst Dich in Richtung Mittelpunkt und gibst die linke Hand (Dein Schräg-Gegenüber gibt Dir seine oder ihre linke Hand zurück). Dann bist Du bereit, nochmal vier Schritte in die Gegenrichtung zu tanzen, damit Du da herauskommst, wo Du angefangen hast.

Wie bei Drehungen ist es sinnvoll, früh loszulassen und vorwärts in die Ausgangsposition zu tanzen, statt festzuhalten und im allerletzten Moment “rückwärts einzuparken”.

Hier noch ein paar Details:

  • Für den Richtungswechsel reicht es, sich kurz um die eigene Achse zu drehen. Du musst nicht auf die Seitenlinie hinaustanzen.
  • Die zwei Paar Hände sollten direkten Kontakt haben, damit es ordentlich aussieht. Wenn zwischen den oberen beiden Händen und den unteren eine große Lücke besteht, dann leidet der Gesamteindruck … (In dem Video ist recht gut zu sehen, wie es sein sollte.)

Drei-Paar-Progression

Viele Tänze sind für drei Paare in einem Vier-Paar-Set choreografiert. Die Progression in so einem Tanz kann ganz schön verwirrend sein:

  • Das 1. Paar tanzt zuerst die Choreografie mit dem 2. und 3. Paar. Das 4. Paar schaut zu.
  • Wie bei der Zwei-Paar-Progression (siehe letzte Woche) landet das 1. Paar am Ende des ersten Durchgangs im zweiten Platz. Das 2. Paar landet im ersten Platz.
  • Den zweiten Durchgang tanzt das ursprüngliche 1. Paar mit dem ursprünglichen 3. und 4. Paar (die natürlich als 2. und 3. Paar agieren). Das ursprüngliche 2. Paar schaut aus dem ersten Platz zu.
  • Am Ende des zweiten Durchgangs landen das ursprüngliche 1. Paar im dritten Platz und das ursprüngliche 3. Paar (das ja als 2. Paar getanzt hat) im zweiten Platz.
  • Den nächsten Durchgang tanzt das ursprüngliche 2. Paar (als 1. Paar) mit dem ursprünglichen 3. und 4. Paar (als 2. und 3. Paar). Am Anfang des Durchgangs muss das ursprüngliche 1. Paar mit dem ursprünglichen 4. Paar diskret den Platz tauschen und schaut dann aus dem 4. Platz zu.

Jedes Paar tanzt nacheinander zwei Durchgänge als “tanzendes Paar”, zunächst aus dem 1. und dann aus dem 2. Platz. Insgesamt wird 8 Durchgänge lang getanzt.

Hier sind nochmal grafische Darstellungen der Zwei- und Drei-Paar-Progression:

Image

Mr Michael Bear's Reel

Mr Michael Bear's Reel

R32 · 3/4L · Stella Phillips: A Second Book of Graded Scottish Country Dances · DanceData entry
1-8
1s+2s dance RH across & LH back
9-16
1s cast below 3s & dance up to top then cast to 2nd place
17-24
1s+3s dance RH across & LH back
25-32
All circle 6H round & back
Crib accuracy is unknown · Source: MiniCrib

Mr Michael Bear's Reel (Diagramm)
Dieser Tanz ist ideal, um Right hands across/Left hands back zu üben. Die zweite Figur bringt das tanzende Paar in den zweiten Platz; der Cast bis unterhalb dem 3. Paar dauert 3 Takte und das Hochtanzen in der Mitte auch, dann bleiben noch 2 Takte für den endgültigen Cast in den zweiten Platz.

Wenn in einer Tanzbeschreibung von dance down oder dance up die Rede ist, dann heißt das in der Regel “mit näheren Händen”. Wenn lead down oder lead up angegeben sind, werden rechte Hände oder (manchmal) linke Hände benutzt.

In diesem Tanz sind zum Hochtanzen nähere Hände vorgesehen (dance up). Das ergibt auch Sinn, denn Ihr habt nicht allzuviel Zeit und Dame und Herr casten jeweils auf ihrer eigenen Seite.

“Mr Michael Bear” ist übrigens ein Teddybär, der der Tanz-Erfinderin gehört.

Von diesem Tanz gibt es bisher als Video nur eine Computeranimation. Diese gehört zu einer Reihe von Animationen, die von LindaMae Dennis aus dem US-Staat Washington auf YouTube veröffentlicht werden – sie sind im ersten Moment vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber normalerweise von recht hoher Qualität.

Die Royal Scottish Country Dance Society (RSCDS)

Die RSCDS ist der internationale Dachverband für das Scottish Country Dancing. Sie wurde 1923 gegründet und hat inzwischen ca. 160 “Ableger” (branches) fast überall auf der Welt. Liebevoll “die Society” genannt, kümmert die RSCDS sich vor allem um die Lehrerausbildung und das Hüten der Standards; sie spielt also eine wichtige Rolle dafür, dass das Schottentanzen überall auf der Welt gleich funktioniert. Die Society veröffentlicht außerdem Tanzbücher und -CDs und hält übers Jahr diverse große Veranstaltungen ab, die Tänzerinnen und Tänzer aus der ganzen Welt anziehen, allen voran die Summer School in St. Andrews. Außerdem gibt es noch die Winter School in Pitlochry, das Autumn Gathering in Perth mit der jährlichen Mitgliederversammlung (AGM) und den Spring Fling für “junge Leute” (bis 35), der jedes Jahr an einem anderen Ort abgehalten wird (2020 in St. Petersburg, Russland, und Toronto, Canada). Weltweit hat die Society an die 13000 Mitglieder.

Der FSCDC e.V. ist an die RSCDS angeschlossen (affiliated), was im Wesentlichen bedeutet, dass wir im Gruppenverzeichnis auf der RSCDS-Homepage stehen und damit Teil der offiziellen Schottentanz-Weltkarte sind. Diverse Mitglieder des FSCDC e.V. sind auch Mitglieder der Society, normalerweise über die Central Germany Branch, die uns geografisch am nächsten liegt.

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