Frankfurt Scottish Country Dance Club e.V.

Scottish Dancing in and around Frankfurt, for everyone

Einsteigerkurs: 3.12.2019

Bitte beachten: Während des Tanzens muss die Tür zur Umkleide immer geschlossen sein (es sei denn, jemand ist in der Umkleide). Also beim Verlassen der Umkleide als Letzte(r) bitte unbedingt darauf achten, dass (a) die Tür zugeht und (b) der Schlüssel sich außerhalb der Umkleide befindet.

Trip To Gatlinburg

Hier ist noch ein Tanz, der die Drei-Paar-Progression benutzt (letzten Dienstag sind wir nicht mehr zu ihm gekommen):

Trip to Gatlinburg

J32 · 3/4L · Shengzhang Tang · DanceData entry
1-8
1s+2s dance RH across & LH back
9-16
1L followed by 2L+3L dances across, 1L followed by 3L only dances down behind 1M, in front of 2M & behind 3M while 2L dances down behind Men's line & up Ladies side followed by 1L+3L to end 2L 1L 3L
17-24
1M followed by 2M+3M repeat
25-32
2s+1s+3s circle 6H round & back
Crib accuracy is unknown · Source: MiniCrib

Trip to Gatlinburg (Diagramm)

Dieser Tanz ist lustig wegen seiner ungewöhnlichen Progressionsmethode: Während die 1. Dame eine Schlängellinie um den 1., 2., und 3. Herrn tanzt, kürzt die 2. Dame ab und tanzt einfach gerade hinter der Herrenlinie hinunter - das ermöglicht es ihr, die 1. Dame zu überholen und im ersten Platz auf der Damenlinie zu enden, während die 1. Dame im zweiten Platz landet. Die Herren machen sinngemäß dasselbe, und so tauschen Paare 1 und 2 die Plätze. Genial.

Das Video für den Tanz ist nicht überwältigend, aber gibt doch einen gewissen Eindruck, wie das Ganze vor sich geht.

Gatlinburg ist ein Ferienort in Tennessee, USA, und der Eingang zum Great Smoky Mountains National Park, wo jedes Jahr ein großes schottisches Festival mit Highland Games und Tanzen stattfindet. Der Tanz wurde erfunden von Shengzhang Tang aus New York City.

Pas de basque

Außer skip-change of step und slip step ist der pas de basque der dritte wichtige Schritt für Scottish Country Dances im schnellen Tempo (das langsame Tempo, Strathspey, verschieben wir aufs neue Jahr). Während die ersten beiden vor allem der Fortbewegung dienen, ist der pas de basque vor allem dafür da, sich auf der Stelle zu produzieren, wobei man sich auch mit ihm fortbewegen kann (aber auch dazu kommen wir später). Wie der skip-change of step “verbraucht” der pas de basque einen Takt Musik pro Schritt (beim slip step kommen auf einen Takt Musik zwei Schritte).

Der Schritt heißt pas de basque – “baskischer Schritt” –, aber hat, soweit wir das überblicken, weder mit dem Landstrich in Nordostspanien und Südwestfrankreich zu tun noch mit dem, was im Ballett unter diesem Namen verkauft wird. Auch in der schottischen Tanztradition vor der Gründung der Royal Scottish Country Dance Society im Jahre 1923 ist er eigentlich nicht in dieser Form anzutreffen. Es handelt sich also höchstwahrscheinlich um ein Artefakt der großen Neu-Erfindung von SCD durch die RSCDS.

Den pas de basque tanzen wir, wie alle anderen Schritte auch, auf den Fußballen und mit ausgedrehten Füßen. Ansonsten gibt es die folgenden Punkte zu beachten:

  • Es gibt einen sehr deutlichen Dreierrhythmus: “Eins, zwei, drei, Pause, zwei, zwei, drei, Pause, …” und so weiter.
  • Es ist wichtig, das Gewicht komplett von einem Fuß auf den anderen zu verlagern.
  • Auf “zwei” setzt Du den vorderen Fuß in der dritten Position (T-Form) an.

Pas de basque ist nicht ganz einfach zu tanzen und die wenigsten Einsteiger schaffen das auf Anhieb (Ausnahmen bestätigen die Regel, aber hatten dann vermutlich jahrelang Ballettunterricht). Am Anfang ist es am wichtigsten, den Rhythmus einzuhalten; alle Feinheiten kommen dann später.

Wir versuchen, Euch die Schritte korrekt beizubringen, aber wollen die Tanzabende auch nicht in stumpfsinnigen Drill ausarten lassen. Wer die Schritte wirklich gut lernen will, sollte Folgendes in Betracht ziehen: (1) Zwischen den Unterrichtsstunden daheim üben (Musik kann ich ggf. gerne zur Verfügung stellen), und (2) eventuell auch mal auf einen Wochenendkurs gehen, wo Du Dich ganz anders auf Details konzentrieren kannst als an einem Abend unter der Woche nach einem anstrengenden Arbeits-, Schul- oder Uni-Tag.

Bonnie Geordie's Wig

Bonnie Geordie's Wig

R32 · 2/4L · Miss Milligan's Miscellany of Scottish Country Dances · DanceData entry
1-8
1s+2s set twice & dance RH across
9-16
1s+2s set twice & dance LH across
17-24
1s 1/2 Fig of 8 round 2s, cross RH & cast 1 place
25-32
2s+1s R&L
Crib accuracy is unknown · Source: MiniCrib

Bonnie Geordie's Wig (Diagramm)
Mit diesem Tanz können wir den pas de basque mal in der Praxis erproben, ohne zu viel störendes Beiwerk.

Eine Abfolge von zwei pas de basque (rechts, links) nennen wir auch “set”, wie in 1st couple set (oder neudeutsch “das erste Paar settet”). Set twice ist entsprechend eine Abfolge von vier pas de basque (rechts, links, rechts, links).

Takte 17 bis 24 sind mal wieder eine neue Variation dafür, das erste Paar und das zweite Paar die Plätze tauschen zu lassen (die Choreografie involviert nur zwei Paare ⇒ Zwei-Paar-Progression!). Wie immer bei solchen Figuren besteht die Herausforderung darin, alle zwei Takte in der Seitenlinie zu sein.

In Situationen wie hier, wo ein Paar nach unten kreuzt, hat grundsätzlich immer die Dame Vorfahrt.

Ein Video gibt es für diesen Tanz anscheinend leider noch nicht. Wer wissen möchte, wie eine komplette figure of eight getanzt wird – in diesem Tanz brauchen wir nur eine half figure of eight -, sieht das im nebenstehenden Filmchen (nach den ersten vier Takten Musik kann angehalten werden).

Espie McNabb

Espie McNabb

J32 · 3/4L · Miss Milligan's Miscellany of Scottish Country Dances · DanceData entry
1-8
1s+2s+3s set, cross RH, set & cross back RH
9-16
1s lead down the middle & back to place
17-24
1s set, cast 1 place & turn RH (long turn)
25-32
2s+1s+3s circle 6H round & back
Crib accuracy is unknown · Source: MiniCrib

Espie McNabb (Diagramm)
Wie der vorige Tanz stammt Espie McNabb aus Miss Milligan's Miscellany, einer Sammlung von Tänzen, die zuerst in den 1950ern und 1960ern veröffentlicht wurden (bei vielen weiß niemand, wo sie genau herkommen und wie alt sie wirklich sind). Jean Milligan war eine der Mit-Gründerinnen der RSCDS in den 1920ern und bis zu ihrem Ableben 1978 die “graue Eminenz” hinter der Society.

Die ersten acht Takte dieses Tanzes leben wieder mal vom Teamwork, soll heißen dem gleichzeitigen und parallelen Kreuzen aller drei Paare (ich überlasse es Eurem Urteil, wie das im nebenstehenden Video so klappt).

Paare 2 und 3 haben während der mittleren 16 Takte nicht viel zu tun, aber werden wieder für den Kreis am Schluss gebraucht. Wer sich das Video genau anschaut, wird feststellen, dass die TänzerInnen dort statt der Drehung mit rechts vor dem Kreis eine Schleife um das 3. Paar tanzen, was nicht der offiziellen Beschreibung entspricht – kann man machen, muss man aber nicht machen …

Square Set

Schottische Tänze gibt es nicht nur für Längsgassen (longwise sets), bei denen alle Herren auf einer Seite und alle Damen auf der anderen Seite stehen, gegenüber dem Partner/der Partnerin. Manchmal finden wir auch Tänze für quadratische Sets (square sets), bei denen vier Paare auf den Seiten eines Quadrats stehen und jeder Herr seine Partnerin rechts von sich hat.

Wie beim longwise set bekommt auch beim square set das Paar, das der Musik (Top) am nächsten steht, die Nummer 1 (im square set steht dieses Paar dann mit dem Rücken zur Musik). Ab da wird dann im Uhrzeigersinn (also mit der Sonne) nummeriert – Paar 2 steht links von Paar 1, Paar 3 steht gegenüber von Paar 1 und Paar 4 steht rechts von Paar 1 (gegenüber von Paar 2).

Die Paare 1 und 3 zusammen nennen wir auch “Kopfpaare” (head couples) und die Paare 2 und 4 zusammen “Seitpaare” (side couples). In vielen Tänzen in square sets, etwa auch im nächsten, tanzen die Kopfpaare eine Figur und die Seitpaare machen sie dann sinngemäß nach.

The Unicef Circle

The Unicef Circle

R88 · 4S · Roy Goldring: The Unicef Circle · DanceData entry
1-8
1M+3M turn RH & chase clockwise 1/2 way round outside to opposite places
9-16
1L+3L turn LH & chase anticlockwise 1/2 way round outside to opposite places
17-32
2s+4s repeat bars 1- 16
33-40
1s+3s in prom hold Adv+Ret & promenade 1/2 way round & end facing 3s/1s
41-48
1s+3s dance RH across & LH back to end in original places
49-64
2s+4s repeat bars 33-48
65-72
All Men dance in front of partner, behind next Lady, in front of next Lady & behind next Lady back to places
73-80
All Ladies repeat dancing in front of partner to start
81-88
All circle 8H round & back
Crib accuracy is unknown · Source: MiniCrib

The Unicef Circle (Diagramm)
Dieser Tanz wurde von Roy Goldring als einfacher Mitmachtanz erfunden, um für UNICEF (das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen) zu werben.

Viele Tänze in square sets haben keine Progression, sondern werden nur einmal von Anfang bis Ende getanzt. Dann macht es auch nichts, wenn der Tanz 88 Takte lang ist! Es ist ein bisschen eine Gedächtnisübung, die aber dadurch vereinfacht wird, dass meistens irgendwer irgendwas vormacht und die Anderen es dann nachmachen:

  1. Am Anfang machen die Kopfpaare die Drehungen vor und die Seitpaare wiederholen sie (16 + 16 Takte).
  2. Danach machen die Kopfpaare das Advance/Retire, Umeinander-Herumtanzen und Hands Across/Back vor und die Seitpaare wiederholen das (16 + 16 Takte).
  3. Dann tanzen alle Herren das Herrensolo und die Damen wiederholen es sinngemäß als Damensolo (8 + 8 Takte).
  4. Die letzte Figur ist der Kreis für alle als krönender Abschluss (8 Takte).

Es gibt eine ganze Menge 88 Takte lange Reels (viele davon von Roy Goldring), die alle mehr oder weniger diesem grundlegenden Strickmuster folgen.

Ein Video für diesen Tanz gibt es unverständlicherweise (noch) nicht.

On The Quarter-Deck

On The Quarter-Deck

R32 · 2/4L · Iain Boyd: The Harbour City · DanceData entry
1-8
1s set & cross over RH, set & 3/4 turn RH
9-16
1s dance RH across with 2M & LH across with 2L
17-24
1L followed by 1M dance down for 2 & 1M followed by1L dance up for 2, both cast on Ladies side & 1M crosses to 2nd place own side
25-32
2s+1s R&L
Crib accuracy is unknown · Source: MiniCrib

On The
Quarter-Deck(Diagramm)
Mit diesem Tanz von Iain Boyd aus Neuseeland kommen wir zurück zur Zwei-Paar-Progression. Die andere Neuigkeit sind right hands across and left hands across zu dritt, aber das ergibt sich hier fast automatisch.

Das Video für den Tanz von der RSCDS Phoenix Branch ist offensichtlich auf “Spaßfaktor” optimiert. Wer das Getue mit den Matrosenmützchen eher ablenkend findet, sollte sich in der Datenbank die DancieMaetion-Animation anschauen, die etwas nüchterner daherkommt …

Exkurs: Schottische Tänze: Woher?

Wer mal einen Blick in die Datenbank riskiert hat, mag mit Entsetzen festgestellt haben, dass es anscheinend an die 20.000 Tänze gibt (Tendenz steigend). Wo kommen die alle her?

  • Country dancing geht in seinen Frühformen zurück bis ins 17. Jahrhundert. Es gab eine Blütezeit im 18. und frühen 19. Jahrhundert, und in Schottland wurden einige country dances noch bis ins 20. Jahrhundert hinein getanzt.
  • Als die Society gegründet wurde (1923), trugen die Gründerinnen ein paar Tänze zusammen, die sie selber noch in ihrer Jugend (um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert) gelernt hatten. Außerdem schauten sie (oder ihre Helfershelfer) Leuten beim Tanzen zu und dokumentierten die Tänze, die sie dort fanden.
  • Ferner wurden alte Manuskripte und Tanzbücher aus dem 18. und 19. Jahrhundert nach verwertbarem Material abgegrast.
  • In der Nachkriegszeit kamen diverse Leute auf die Idee, selber ganz neue Tänze zu erfinden, statt auf die orale Tradition oder alte Quellen zurückzugreifen. Die Society tat sich mit diesem Konzept zunächst schwer, aber die Kreativität der Szene ließ sich nicht auf Dauer unterdrücken. Inzwischen werden auch “moderne” Tänze offiziell veröffentlicht.
  • Schotten gibt es auf der ganzen Welt und natürlich musst Du kein Schotte sein, um einen modernen Scottish country dance erfinden zu können. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass kürzlich von der RSCDS veröffentlichte Bücher mit modernen Tänzen Material nicht nur aus Schottland und England, sondern auch USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Japan, Frankreich, Deutschland, Südafrika usw. enthalten.

Das Resultat ist offensichtlich: Von den knapp 20.000 Tänzen in der aktuellen Datenbank gehen nur vielleicht 500 auf alte Quellen oder die Tradition zurück. Das ist aber kein wirkliches Problem, denn:

  • Es beweist, dass schottischer Tanz eine lebende Tradition ist. Es geht nicht darum, ein Repertoire aus früheren Jahrhunderten möglichst passgenau einzustudieren, sondern eigene Kreativität ist erlaubt und erwünscht.
  • Ihr müsst diese 20.000 Tänze natürlich nicht alle einzeln auswendig lernen, denn einerseits werden die meisten davon nicht oft getanzt. Es gibt einen informellen Kanon von vielleicht 100 Tänzen, die super-populär sind und immer wieder getanzt werden, und ein “langes Ende” von Tänzen, die zum Beispiel für bestimmte Anlässe (Hochzeiten, runde Geburtstage, …) erfunden wurden und zwar in der Datenbank landen, aber nie wirklich groß herauskommen. Andererseits bestehen alle diese Tänze aus denselben grundlegenden Figuren, und wenn Ihr die Figuren tanzen und aneinandersetzen lernt, könnt Ihr alles tanzen (möglicherweise nach einer kurzen Erklärung).
  • Es gibt noch mehr “alte” Tänze in den Manuskripten und Büchern von früher, als heute (wieder-)veröffentlicht wurden, aber die meisten davon sind für den heutigen Geschmack zu langweilig (zum Beispiel weil vor allem das 1. Paar tanzt und die anderen Paare die meiste Zeit zuschauen). Umgekehrt beruhen die vielen neuen Tänze auf der modernen (vergleichsweise athletischen) Technik und dem, was wir heute als interessant und herausfordernd empfinden, und kommen uns daher entgegen. Es gibt einige sehr populäre “alte” Tänze, aber die meisten Super-Renner sind modern.
  • Nothing just now

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